Am 22. Jänner findet das erste Treffen der Lesegruppe „Deutsche Literatur lesen“ im Jahr 2026 statt, um den zweiten Roman der deutschen Autorin Lena Schätte zu diskutieren: Das Schwarz an den Händen meines Vaters (2025). Der Roman wurde für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2026 nominiert. Außerdem werden wir weitere Vorschläge und Lesetipps der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sammeln! Denn im März entscheiden wir auch die letzten Titel vor dem Sommer 2026.
Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so. Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest die Reste ausgetrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden - vom Vater und vom Alkohol.
Lena Schätte, geboren 1993 in Lüdenscheid, debütierte 2014 mit dem Roman "Ruhrpottliebe". In den Folgejahren arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. Heute betreut sie suchtkranke Menschen in Lüdenscheid - und schreibt. Für einen Ausschnitt aus dem Roman "Das Schwarz an den Händen meines Vaters" wurde Lena Schätte mit dem W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2024 ausgezeichnet.
Infos: 0471 997940, infobiblio@gemeinde.bozen.it
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