Der Hintergrund des Theaterstücks L'Opzione ist die Geschichte einer kleinen ladinischen Dorfgemeinschaft, einer Grenzgemeinde, in den Dolomiten, die sich in der Zeit des Nationalsozialismus von Deutschen und Italienern umkämpft sah, während ihr Anliegen (das von niemandem außer zu instrumentellen Zwecken ernst genommen wurde) einfach die Anerkennung ihrer „ladinischen“ Besonderheit war. Der Titel des Stücks leitet sich aus dem Abkommen zwischen Hitler und Mussolini von 1939 ab, wonach die deutschsprachigen Südtiroler und die Ladiner entscheiden mussten, ob sie in Italien bleiben oder nach Hitlerdeutschland auswandern und die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen wollten.
Dabei wurde die ladinische Gemeinschaft von einer bis in die Häuser und Familien reichende Propaganda durchdrungen, die tragische Konflikte und Spaltungen, Trennungen und Hass schürte, die über Generationen hinweg andauern sollten. In diesem Gewirr aus Stimmen, Aufforderungen und Drohungen bestand die Schwierigkeit darin, das freie Denken und die Fähigkeit zur Vernunft zu bewahren. Nur sehr wenige schafften es, sich nicht mitreißen oder treiben zu lassen. Einer von ihnen war Fortunato Favai, Lehrer aus Livinallongo,
einer Gemeinde mit ladinischer Kultur und Tradition.
Die Inspiration für dieses Stück liefert das Tagebuch, das Fortunato Favai täglich schrieb und in dem er mit klarem Blick die Vorkommnisse, die sich zwischen 1939 und 1945 in seinem Dorf ereigneten schilderte. Das Tagebuch wurde mit einer historischen Einleitung von Luciana Palla veröffentlicht.
Drama und Regie: Stefania Bogo und Francesca Satta Flores
Originalmusik von: Paolo Vergari
Regieassistenz:Lara Panizzi
Mit: Stefania Bogo, Francesca Satta Flores
Technik: Chiara Nicolazzo
Produktion: Aurelio Rota für den Verein L’Ile Flottante
Historische Beratung: Luciana Palla
L’ Opzione à sies raijes tla storia L’de na picera comunanza dles Dolomites, comunanza de confin striteda ju tl temp del nazism anter taliagn y todesc, depierpul che sia aspirazion (da degugn conscidreda sce nia te na forma strumentala) fova chela de na spezifizité “ladina”. L titul dl projet vegn ca avisa da la cordanza anter Hitler y Mussolini dl 1939, che pervedova che i todesc dl Südtirol y i ladins ova da cerne definitivamenter sce resté tla Talia o emigré tl Reich tolan su, en dut e per dut, la zitadinanza germanica.
La propaganda ruva donca dlonch tles ciases dla comunité ladina, endespran enscì su conflic tles families y spartijons tragiches che jirà inant per generazions. Te chel biteboi de oujes y manaces él senester mantegnì l spirit lede y l ferstont. Y dret puec é stés bogn da ti ester.
Un de chisc é Fortunato Favai, maester da Fodom, comun de cultura y tradizion ladina.
La ispirazion de chest spetacol nasc dal diare scrit con na vijion dret clera, olache el conta les entravegnudes anter l 1939 y l 1945 te chi raions de confin, diare publiché co na introduzion storica de Luciana Palla.