Jul 31

"Nell'io e nel mondo - Innenwelt und Aussenwelt"


Zum Kalender hinzufügen 2021-07-31 15:07:00 2021-08-29 16:07:00 Europe/Rome "Nell'io e nel mondo - Innenwelt und Aussenwelt"

Kollektivausstellung des Künstlervereins der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol mit Celestina Avanzini, Heinz Lastei, Elisabetta Moretto, Barbara Natter, Andrea Pozza, Raimund Prinoth, Siebenschwarz, Katherina Zoeggeler.

Stadtgalerie Bozen ,Dominikanerplatz 18 chiro.xp@gmail.com

Kollektivausstellung des Künstlervereins der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol mit Celestina Avanzini, Heinz Lastei, Elisabetta Moretto, Barbara Natter, Andrea Pozza, Raimund Prinoth, Siebenschwarz, Katherina Zoeggeler.

Wo Stadtgalerie Bozen ,Dominikanerplatz 18

vom 31.07.2021 bis zum 29.08.2021

Uhrzeit Dienstag-Sonntag von 10 bis 12.30 Uhr und von 15.30 bis 19 Uhr (Sonntag 15. August geschlossen)

Eintrittspreise Eintritt frei

So erreichen Sie den Veranstaltungsort

Die komplexeste Beziehung, mit der wir uns pausenlos auseinandersetzen, ist jene zwischen Innen- und Außenwelt, zwischen dem Ich und der Wirklichkeit – der Welt mit all ihren Facetten und Bedeutungen.

Es handelt sich dabei zweifellos um ein besonders anspruchsvolles Thema, dessen Aufarbeitung gerade in dieser schwierigen Zeit nicht nur notwendig, sondern geradezu unverzichtbar ist.

In seiner Phänomenologie des Geistes beschreibt Hegel das Emporsteigen des Geistes von der einfachen, naiven Wahrnehmung über das Bewusstsein bis hin zum absoluten Wissen des Weltgeistes.

Endliches und Unendliches, Innen- und Außenwelt, Bewusstsein und Erfahrung sind sehr oft unbekannte Sphären, in denen die Kunst ihre Form findet und dem Menschen in einem ständigen Wechselspiel von Identifizierung, Negation, Sicherheit, Unsicherheit und Angst zur Stütze wird.

Die Künstlerinnen und Künstler, die in der Stadtgalerie und in der Galerie „Associazione degli Artisti“ in der Bindergasse 4 ihre Werke ausstellen, haben die mit dieser Dualität verbundene Herausforderung angenommen und eröffnen dem aufmerksamen Betrachter intime, stark persönliche Denkanstöße.

So vermitteln etwa die zerbrechlichen, aber eindrucksvollen Holzskulpturen von Siebenschwarz mit ihren Transparenzen das Wesen des Seins durch die Dualität der Wiedergeburt und des unaufhaltsamen Niedergangs und spenden gleichzeitig Hoffnung durch die ständige Suche nach Leben und vollkommener Existenz. Das vollkommene Sein in der Schönheit der Welt suggeriert auch Raimund Prinoth mit seinen zarten Dämmerfarben: Gleich eisigen Klingen ragen in seinen Bildern verschneite Gipfel strahlend in den samtenen Himmel empor – inmitten einer majestätischen Natur, in deren Angesicht wir uns klein und unbedeutend fühlen. Elisabetta Morettos Farbfelder mit nicht zu entziffernden eingeritzten Worten sind nur scheinbar unruhig und vielmehr die Äußerung einer Suche nach Sprachzeichen, die unseren inneren Zweifel besänftigen sollen. Moretto nimmt uns durch rein emotionale Kommunikation mit auf die tief ersehnte Suche nach der inneren Gedankenwelt. An diese Erforschung des Unbewussten knüpfen die Frauenfiguren und Selbstporträts von Barbara Natter an: Die Künstlerin setzt sich mit ihrer Identität auseinander, stellt existenzielle Fragen zu Körper und Raum, Geist und Materie, besticht durch ihre feine Ausdrucksweise mit Gesichtern, Figuren und Farben und sucht nach Antworten auf die Frage nach der Beziehung zwischen dem Ich und der Welt, der Seele und dem Körperlichen.

Katherina Zöggeler hingegen bettet die Weiblichkeit in eine Wirklichkeit, in der das Paradox verborgen bleibt, und präsentiert uns die Arbeit von Frauen, die zum Sticken, Nähen und Stricken berufen oder gezwungen wurden – dabei entsteht in einer modernen, ironischen Lesart eben dieser Strickarbeit ein Kleidungsstück in der Form eines nackten Frauenkörpers. Ein Mieder aus Wiener Stroh verweist hingegen mit einer scharfen Prise Sarkasmus auf Geschichten, Zwänge und Käfige, die heute umso realer wirken. Heinz Lastei entführt indes den Betrachter in eine Art Komfortzone, deren bekannte Elemente und Zeichen uns zum Träumen anspornen: Ironisch surreale, bunte Welten verbergen die Bürokratie und Papierflut des Alltags und zeigen uns gleichzeitig eine perfekte Welt in rosa Pastellfarben und deren Gegenseite mit ihrer unaufhörlichen Selbstzerstörung – ein Wechselspiel aus Moderne und Antike, Wasser und Erde, Tag und Nacht in einer Welt, die sich gleich einem Kreisel dreht.

Die Fotoserie „Giardino dell'Eden“ von Andrea Pozza hängt in der Schwebe zwischen den Geheimnissen und der Realität physischer Orte und bildet eine Grenze zwischen dem geheimnisvollen Ich, dessen ewiges Symbol eine unergründliche Maske ist, und der bekannten Welt, der Natur, der unruhige Einsamkeit keineswegs fremd ist. Im Untergeschoss erwartet uns schließlich die „Poesie des Zements“ von Celestina Avanzini, die unsere unendliche Hoffnung auf neues Leben unter widrigen Bedingungen nährt und uns damit in Staunen versetzt, bewegt und Freude bereitet. Ebenso erlangt das Netzkleid von Katherina Zöggeler durch leuchtende, wohl auch vom rosa Plexiglas – einer transparenten Falle – angezogene Schmetterlinge neues Leben, und Barbara Natter schenkt uns mit einem zarten blühenden Kirschzweig die Hoffnung auf süße Früchte.

Paola Bassetti Carlini

Fortsetzung der Ausstellung in der Bindergasse 4 von Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 12 Uhr.

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