VERNISSAGE: MITTWOCH 26.07.2023, 18:00 Uhr
ÖFFNUNGSZEITEN (23.07 - 25.08.2023): DIENSTAG-SONNTAG: 10:00-13:00 / 15:00-18:00
DIE STADTGALERIE BLEIBT AM DIENSTAG, DEN 15.08.2023 GESCHLOSSEN (Mariä Himmelfahrt)
Das Ausstellungsformat des Künstlervereins der Autonomen Provinz Bozen, das verschiedene Themen unter einem gemeinsamen Motto präsentiert, geht nach den Ausgaben 2020 und 2021 in die dritte Runde und steht in diesem Jahr unter dem Leitmotiv „Gleich und doch anders“, das sich in dem Konzept des Oxymorons zum Ausdruck bringt.
Sechs KünstlerInnen interpretieren das Thema frei und entwickeln es in den unterschiedlichsten Formen, je nach ihrer jeweiligen Kreativität und Sensibilität, auch in Bezug auf die verwendete Technik und das Sujet, das vom realistisch Erkennbaren bis zur symbolischen Abstraktion reicht.
Der Schwerpunkt liegt also entweder auf der Erzählung oder auf dem Konzept, je nach KünstlerIn, Stil, ästhetischen Vorlieben und Weltanschauung.
So präsentiert Barbara Natter das Oxymoron „Liebenswürdige Hässlichkeit“ in Form einer mit Naturpigmenten gemalten Rose, einem der beliebtesten Symbole für Schönheit und Feinheit. Die Rose ist im Winter dargestellt: verdorrt, vertrocknet und kraftlos, bevor sie als Symbol der Wiedergeburt wieder auflebt und uns mit ihren kräftigen Farben die Kraft und die Verletzlichkeit der Natur vor Augen führt.
Lucia Nardelli arbeitet zeitgleich an Holzschnitten zu den Oxymora „Stilles Chaos“ und „Originalkopie“. Das Thema der Gegensätzlichkeit war schon oft Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens, und gerade aus der Gegenüberstellung zweier gegensätzlicher Elemente entstehen auch in diesem Werk komplexe Bedeutungen. Die Gegenüberstellung von Formen und Farben in den abstrahierten menschlichen Figuren und den Fensteröffnungen eines Gebäudes ist in dem Werk offensichtlich, aber in dem Chaos von Formen und Farben wirkt das Ganze ruhig, und das Konzept der „Originalkopie“ ist auf dem großen Seidenpapier festgehalten und zeugt von den verschiedenen Phasen der Ausführung.
Auch Bruno Flaim hat ein Werk zum Oxymoron „Originalkopie“ geschaffen, um die Zufälligkeit des Konzepts selbst und die Austauschbarkeit zu betonen, die durch den Einsatz des Digitalen möglich wird. So entsteht in der Abfolge von Öl- und Digitalbildern eine persönliche Art, Kontraste auszudrücken. Die leuchtenden Farben und die abstrakten, zarten und fließenden Formen, die Auflösung in Details und die Neuzusammensetzung des Ganzen sind eine passende Antwort auf die Fragen des Konzepts. Die Transparenz der Aquarelle von Silvano Tacus führt uns zum Oxymoron „Gemeinsam allein“ und versinnbildlicht es durch körperlose Figuren im Gegenlicht, nebeneinander gestellt und zugleich in Tafeln geteilt, isoliert von der Gemeinschaft, dargestellt durch Gruppen kleiner, nur schwach skizzierter Figuren. Mann und Frau stehen einander gegenüber und bilden doch ein Paar, ein stummes Zwiegespräch unbewegter Silhouetten.
Das Oxymoron „Gemeinsam allein“ hat auch Elisabetta Vazzoler gewählt: Ihre Frauenporträts sind die das Ergebnis einer Recherche über die physischen Auswirkungen eines ungeregelten Lebens am Rande der Gesellschaft. Drei Ölgemälde, die drei Formen der Einsamkeit darstellen, ein Triptychon der Misslichkeit, das sich im Gesamtbild aufzulösen scheint und in dem die Figuren den Eindruck erwecken, sich zu einem Ganzen zusammenzufügen, dessen Gesten jedoch in die Leere des Vergessens fallen. „Stilles Chaos“ ist der Gegensatz, den Katherina Zöggeler für ihre Installation aus Maschendrahtkokons wählt, auf denen goldene Keramikblätter unterschiedlicher Dichte liegen, die das fröhliche und leuchtende Chaos des Werkes mit seinen vielen bewegten und leichten Blättern symbolisieren. Im Gegensatz dazu steht die Ruhe und Stille der Kokons, an denen sich die kleinen Skulpturen gerade zu befestigen beginnen, wo der Raum zwischen ihnen größer und das Netz freier ist, oder nur zwanghaft geordnet und harmonisch, in einer windstillen Ruhe.
Im Untergeschoss befinden sich die Vorarbeiten, die die KünstlerInnen auf dem Weg zum endgültigen Werk geschaffen haben und in denen sich Kreativität und handwerkliches Können mit unterschiedlichen ästhetischen Intentionen vereinen
VERANSTALTER: Verband der Künstler der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol