Fotografien und Videos von gestern und heute plus zwei immersive Tanzerfahrungen dank VR-Technologie lassen die Besucher dieser Ausstellung tief in die Erinnerung und damit in die Welt des Tanzes eintauchen.
Beheimatet in der Stadtgalerie Bozen, eröffnet die Ausstellung 40 Jahre Tanz Bozen am 3. Juli um 18 Uhr und freut sich bis zum 26. Juli, immer montags bis samstags von 15.30 bis 19.30 Uhr, auf zahlreiche Interessierte. Sonntags geschlossen. Eintritt frei.
Die von Margherita Cestari kuratierte Schau 40 Jahre Tanz Bozen zeigt Fotografien und Videos, welche die zwei Seelen des Festivals einfangen: Neben etlichen „Schnappschüssen“, die Zeugnis von den hochprofessionellen Tanzkursen unter Leitung renommierter internationaler Dozent:innen ablegen, dokumentiert eine sorgsam kuratierte Reihe zum Bereich Perfomance die Höhepunkte der letzten zehn Jahre, in denen Emanuele Masi die künstlerische Leitung des Festivals innehatte. Darüber hinaus spannt sich der Bogen über die gesamte vierzigjährige Historie des Festivals, auf den Spuren der vielen künstlerischen Leiterinnen und Leitern wandelnd, die seit 1985 maßgeblich dazu beigetragen haben, die Identität des Festivals zu prägen. Selbstredend kommen in dieser Reflexion auch die thematischen Leitlinien nicht zu kurz, die das heutige Tanz Bozen ausmachen.
In den Aufnahmen des Fotografen Andrea Macchia erobern Veranstaltungen und Performances (nicht nur) städtisches Terrain: vom historischen Stadtzentrum über Museen und Parks bis hoch hinauf zu den Bergen. Dem Fotografen gelingt das Kunststück, in seinen Bildern auch die unsichtbare Kraft der Livemusik einzufangen, die bezeichnend für viele Veranstaltungen des Festivals ist. Die Lebendigkeit dieser bildgewordenen akustischen Macht bringt auch die magische Verbindung zwischen Tanz und Tanzenden zum Vorschein, die so oft den Funken von der Bühne auf das Publikum überspringen lässt.
Die Videos von Armin Ferrari bieten dank bestrickender Filmaufnahmen und rhythmischer Sequenzen von jenen Momenten, die das Publikum am meisten in ihren Bann gezogen haben, die Gelegenheit, tief in das Universum von Tanz Bozen einzutauchen.
Seinen Höhepunkt erreicht das immersive Erlebnis mit einer Virtual Reality-Installation, die einen 360°-Blick auf zwei Werke ermöglicht: Half Life di Sharon Eyal im gleichnamigen Kurzfilm unter Regie von Robert Connor, und Tidal Traces di Nancy Lee und Emmalena Fredriksson erlauben es den Besucherinnen und Besuchern, sich plötzlich inmitten der Performance wiederzufinden.
Eine Ausstellung mit Unterstützung der Stadt Bozen zur Erinnerung und Feier eines wichtigen Meilensteins, die zugleich eine bewegende Rückschau ist und unseren Blick über die Bilder tanzen lässt, bis wir gefühlt eins werden mit 40 Jahre Tanz Bozen.
Andrea Macchia
Andrea Macchia (Livorno, 1976), Fotograf des Festivals Tanz Bozen seit 2017, ist vor allem auf dem Gebiet der Liveperformance, der Porträtfotografie, der Kunst und Architektur tätig. Als einer der führenden Vertreter der Tanzfotografie in Italien ist er gefragt als Set-Fotograf bei künstlerischen Produktionen der zeitgenössischen Theater-, Tanz- und Zirkusszene sowie bei internationalen Festivals, Kulturvereinen, Stiftungen und Theatern.
Armin Ferrari
Armin Ferrari (Bozen, 1980) Videoproduzent des Festivals Tanz Bozen 2011, kommt ursprünglich aus der Welt der Kunst, der Architektur, des Kinos und des Theaters. Seine regelmäßige und im Lauf der Jahre immer eingehendere Beschäftigung mit diesen Disziplinen hat seine Tätigkeit inspiriert und nachhaltig beeinflusst. Er arbeitet seit mehr als 15 Jahren auf dem Gebiet der Videoproduktion. Zu seinen vielen Auftraggebern zählen Institutionen aus dem Theater-, Kultur-, Musik- und Museumsbereich, um deren Kommunikation er sich kümmert.
Margherita Cestari
Margherita Cestari (Trient, 1996) ist Kuratorin und leitet das Produktionsbüros des Kulturvereins lasecondaluna. Nach ihrem Abschluss an der Università di Trento e Verona im Fach Kunst mit einer Arbeit über die futuristische Tänzerin Giannina Censi richtete sich ihr Forschungsinteresse auf die Verflechtungen zwischen den visuellen und performativen Künsten.
Kulturverein lasecondaluna
Lasecondaluna ist ein Kulturverein mit Sitz in Leifers, der sich der Kunst, Kultur und Kreativität in Südtirol widmet. Ganz im Sinne seines Credos, dass der Dialog ein Instrument des persönlichen und kollektiven Wachstums ist, schafft er regelmäßig Gelegenheiten für Begegnungen und Diskussionen rund um Themen der visuellen Kunst. Die wichtigste Mission von lasecondaluna lautet, jungen Künstler:innen aus der Region unter die Arme zu greifen und sie in ihrer beruflichen Entwicklung zu unterstützen. Jedes Jahr ruft der Verein eine Kultursaison mit unterschiedlicher Ausstellungen ins Leben, in deren Mittelpunkt die lokalen Künstler:innen stehen. Darüber hinaus organisiert er das Festival Identity in motion, das der Stadt Leifers im zweijährigen Rhythmus Events und Kunstinitiativen schenkt.