Der Historiker Stefano Cavazza, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Bologna, ist zu Gast in der Stadtbibliothek Bozen, um sein Buch Nazione, nazionalismo e folklore: Italia e Germania dall'Ottocento a oggi (Il Mulino, 2024) über das enge Verhältnis zwischen Nation und Folklore in Italien und Deutschland vorzustellen.
Das Werk zeichnet die Entwicklung des Spannungsfeldes Nation – Nationalismus von den romantischen Ursprüngen bis in die Gegenwart nach. Besonderes Augenmerk gilt der Verwendung des Folklorebegriffs im Faschismus und Nationalsozialismus, als Traditionen aufgewertet wurden, um die Zustimmung zu den Regimen zu festigen. Die Untersuchung verfolgt anschließend die Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg und analysiert die italienische Republik in Zeiten des Kalten Krieges, die DDR, geprägt vom Spannungsfeld zwischen proletarischem Internationalismus und nationaler Identität, sowie die BRD, die sich kritisch mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzte. Abschließend beleuchtet das Buch das Zusammenwirken von Neonationalismus und Populismus in der Gegenwart und die Herausforderungen, die daraus für die heutige Demokratie entstehen.
An der öffentlichen Präsentation nehmen neben dem Autor auch die Historiker Filippo Focardi (Universität Padua) und Andrea Di Michele (Freie Universität Bozen) teil.
Eine Veranstaltung von Geschichte und Region / Storia e regione in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Bozen.
Infos: 0471 997940, stadtbibliothek@gemeinde.bolzen.it