Von: Marco Balzano
Theateradaption und Regie: Francesco Niccolini
Mit: Arianna Scommegna und Mattia Fabris
Dauer: 80 Minuten
Trina und Erich. Zwei Stimmen. Zwei Zeugen. Zwei Opfer.
Wir befinden uns in Graun im Vinschgau. Ein Dorf in den Bergen, nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt. Ein Dorf, das es nicht mehr gibt. Trina und Erich erzählen die Geschichte einer ausgelöschten Gemeinschaft. Nicht vom Krieg hinweggefegt – obwohl dieser zweimal durch das Tal gezogen war – sondern vom sogenannten Fortschritt. Ein Staudamm, ein künstlicher See und Hunderte von Familien, die gezwungen wurden, ihre Häuser zu verlassen, für immer vom Wasser überflutet. Die Theateradaption von *Resto qui*, dem Roman von Marco Balzano, gibt einer Erinnerung Stimme, die nicht untergehen will. Arianna Scommegna und Mattia Fabris verkörpern Trina und Erich: Ehefrau und Ehemann, Erzähler und Figuren, Zeugen und – manchmal – auch Täter. Durch ein Geflecht aus Erzählung und Dialogen rekonstruieren sie Fragmente einer vergessenen Tragödie, geprägt von schmerzhaften Entscheidungen, Widerstand und Verlust. Zwei Versionen derselben Geschichte, unterschiedlich und doch ergänzend, die einander verfolgen wie in einem alpinen *Rashomon*. Eine Erzählung von Würde, Schmerz und Menschlichkeit, dargeboten dem Publikum als Anklage und als Liebesakt. Denn man kann alles verlieren: das Zuhause, die Heimat, sogar eine Tochter. Aber nicht die Stimme. Und nicht die Kraft, sich zu erinnern.
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