Anlässlich der achtzigsten Wiederkehr des Ausbruchs des Spanischen Bürgerkrieges zeigt diese Ausstellung erstmals in gemeinsamer Anstrengung die verschiedenen Perspektiven auf, die der Faschismus auf diese von ihm geführte militärische Intervention propagierte. Die Unterstützung, die Mussolini Franco und den Putschisten zukommen ließ, war für den militärischen Ausgang des Bürgerkrieges entscheidend. Das faschistische Regime stellte Kampfflugzeuge, Schiffe, Waffen und insgesamt rund 80.000 Söldner zur Verfügung, deren größter Teil nach und nach in den auch aus Schwarzhemden bestehenden „Corpo Truppe Volontarie“ (Freiwilligenverbände) eingereiht wurde.
Die Ausstellung ist das Ergebnis intensiver Archiv- und Bibliotheksrecherchen, wobei insgesamt rund 20.000 Fotografien gesichtet werden konnten, von denen letztlich 300 in der Ausstellung – aufgeteilt auf drei farblich gekennzeichnete Themenbereiche – gezeigt werden. Es handelt sich einerseits um Fotos aus der italienischen Bildpresse (grün), zum anderen um private Aufnahmen einzelner Legionäre (weiß) und schließlich um Bilder, die von Mitarbeitern politischer oder militärischer Behörden angefertigt und in den Behördenarchiven verwahrt wurden (rot). Die drei Leitfarben, die in der Zusammenschau die Konstruktion der verschiedenen Perspektiven verdeutlichen sollen, ergeben die italienische Trikolore. Auf diese Weise wird ein komplexes Bild unterschiedlichster Sichtweisen und Darstellungsformen des Bürgerkrieges gezeichnet – von der Propagandamaschinerie über die beteiligten Soldaten hin zu den italienischen Behörden. Diese drei Facetten sind nicht immer deckungsgleich, ein vergleichender Blick erlaubt es, das näher zu beleuchten, was nicht gezeigt oder etwa auch besonders in den Mittelpunkt gerückt wurde. Viele der privaten Aufnahmen stammen aus regionalen Archiven, in erster Linie aus dem Südtiroler Landesarchiv.
Die Ausstellung beruht auf zwei parallel geführten und einander ergänzenden Erzählparcours, die zum einen chronologisch, zum anderen thematisch angeordnet sind. Ersterer konzentriert sich auf die verschiedenen Phasen des Krieges unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der italienischen Militärintervention, letzterer dagegen bietet eine Auswahl von Themen, die in der faschistischen Konstruktion des Krieges eine Rolle spielten.
Die Ausstellung wird am 17. November 2017 um 18:00 Uhr an der Stadtgalerie Bozen eröffnet. Grußworte werden der Landesrat für Denkmalpflege der Provinz Bozen, Florian Mussner, der Bozner Stadtrat für Soziales, Kultur und Vermögen Sandro Repetto, sowie der Rektor der Freien Universität Bozen, Paolo Lugli, sprechen. Eine kurze Einführung in die Ausstellung vonseiten des Kurators Andrea Di Michele wird die Eröffnung abrunden.
Die Ausstellung wird vom 18. November 2017 bis zum 14. Januar 2018 an der Stadtgalerie Bozen am Dominikanerplatz gezeigt. Öffnungszeiten: täglich (außer Montag) von 10:00 bis 12.30 und von 15.30 bis 19:00 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitkatalog in deutscher und italienischer Sprache.
Die von Andrea Di Michele (Kompetenzzentrum für Regionalgeschichte der Freien Universität Bozen) und Daniela Aronica (Universitat de Barcelona) kuratierte Ausstellung wurde 2016 im Museu d’Història de Catalunya in Barcellona gezeigt und wurde nun dank einer Kooperation zwischen dem Südtiroler Landesarchiv, der Gemeinde Bozen und der Freien Universität Bozen adaptiert und nach Bozen gebracht.
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Informationen unter:
Südtiroler Landesarchiv, Tel. +39 0471 411941, E-Mail landesarchiv@provinz.bz.it
Abteilung für Kultur der Stadt Bozen, Tel. +39 0471 997582, E-Mail kulturgueter@gemeinde.bozen.it