Das Buch von Bernardina Rago Il Gattopardo a guardia del Muro (Feltrinelli, 2024) erzählt eine faszinierende Geschichte, die die politische und literarische Geschichte der DDR (Deutsche Demokratische Republik) und Italiens zwischen dem Ende der fünfziger und dem Beginn der sechziger Jahre eng miteinander verknüpft.
Die Studie beschreibt ein in vielerlei Hinsicht rätselhaftes Ereignis: die Veröffentlichung des Romans Il Gattopardo (Der Leopard) von Giuseppe Tomasi di Lampedusa im kommunistischen Deutschland im Jahr 1961, also im selben Jahr, in dem der Bau der Berliner Mauer begann – jenes Bauwerks, das die deutsche Hauptstadt in zwei Teile spaltete und zu einem Symbol des Kalten Krieges wurde.
Die Autorin stellt sich die Frage, was den mächtigen Parteifunktionär Alfred Kurella, der als der „Mann des Kremls in Berlin“ galt, dazu veranlasste, die Veröffentlichung des Romans des sizilianischen Fürsten in der DDR mit allen Mitteln durchzusetzen – und das gerade zu einem Zeitpunkt, als die marxistische Kritik in Italien das Werk scharf verurteilte und es als dekadent und altmodisch abtat.
Giovanni Accardo wird mit der Autorin ein Gespräch führen.
Bernardina Rago unterrichtete zunächst Italienisch in Italien, arbeitete anschließend an den Universitäten Bonn und Düsseldorf und promovierte 2022 am Institut für Romanistik der Universität Potsdam. Ihre Forschungsarbeit konzentriert sich auf die Rezeption der italienischen Literatur in der ehemaligen DDR.
In Zusammenarbeit mit Fillide - il sublime rovesciato: comico umorismo e affini.
Infos: 0471 997490, infobiblio@gemeinde.bozen.it