Kompanie: La Petite Mort Teatro (Mailand/Cles)
Text und Regie: Tommaso Fermariello
Mit: Gianluca Bozzale, Martina Testa, Emilia Piz
Dauern: 60 Minuten
„Die Zeit ist eine seltsame Sache. Wenn wir sie nicht brauchen, ist sie nichts. Und dann plötzlich gibt es nichts anderes. Sie ist überall um uns herum. Sie ist auch in uns. Sie schleicht sich durch unsere Gesichter. Sie schleicht sich in den Spiegel, fließt durch meine Schläfen. Und zwischen dir und mir fließt sie still, wie eine Sanduhr.“
Carlo Rovelli – Die Ordnung der Zeit Da ist Enea, acht Jahre alt, neugierig auf Wissenschaft und Tiere, stolz auf sein T‑Shirt mit dem Brontosaurus. Heute geht er zum ersten Mal allein zu seiner Großmutter. Da ist Chicca, festgehalten in einem Zug mitten im Nirgendwo. Sie hat erfahren, dass sie in den Wechseljahren ist. Sie denkt darüber nach, wie es wäre, hundertfünfzig Jahre alt zu werden. Wie ihre Haut dann wäre. Ob man sich „verlängern“ lassen sollte. Da ist Adele, fünfundachtzig, allein, seit ihr Mann einen Schlaganfall hatte. Sie geht gern zum Friseur und liest Zeitschriften. Aber jetzt verwechselt sie die Tage: Manchmal macht sie sich für den Donnerstag fertig, wartet auf ihre Tochter – doch die kommt nicht. Da sind unsere Großeltern, die Erinnerungen, die langsamen Tage, die Freunde, die gehen, der Körper, der nachgibt, und der Geist ebenso. Und da sind wir, zwischen dreißig und vierzig, mit den ersten Falten, Rückenschmerzen, ausfallenden Haaren. Früher war die Zeit unser Freund. Und dann sind da die Hummer, die dank eines Enzyms, das ihre Zellen regeneriert, niemals altern. Sie sterben nur durch einen Unfall. Wie ist es, alt zu werden? Und was wäre, wenn wir wirklich hundertfünfzig Jahre leben würden? Die Aufführung ist eine vielstimmige Erzählung zwischen Realität und Fiktion – eine Reflexion über die Zeit, das Älterwerden, über uns und die Hummer.
Online-Tickets hier . Vollpreis 10 € | Unter 26 und Cristallo Card 8 €