Mai 18

Ausstellungen "Menschen im Lager" und "Das NS-Lager in der Stadt"


Zum Kalender hinzufügen 2022-05-18 18:00:00 2022-09-14 18:00:00 Europe/Rome Ausstellungen "Menschen im Lager" und "Das NS-Lager in der Stadt"

Portraits aus dem Jahr 1944 in Fossoli und Bozen von Armando Maltagliati und Lodovico Belgiojoso

Stadtmuseum ,Sparkassenstraße 14 Stadt Bozen

Portraits aus dem Jahr 1944 in Fossoli und Bozen von Armando Maltagliati und Lodovico Belgiojoso

Wo Stadtmuseum ,Sparkassenstraße 14

vom 18.05.2022 bis zum 14.09.2022

Uhrzeit von Dienstag bis Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr

Plakat der Veranstaltung
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So erreichen Sie den Veranstaltungsort

Ausstellung der Gemeinde Bozen in Zusammenarbeit mit ANPI und ANED.

Eröffnung: 18. Mai 2022, 18.00 Uhr

DAS NS-LAGER IN DER STADT

Das Polizeiliche Durchgangslager Bozen befand sich im Stadtviertel Gries und war vom Frühling 1944 bis zum 3. Mai 1945 in Betrieb. Dorthin kamen Männer, Frauen und Kinder aus allen Gefängnissen der Regionen Mittel- und Nordwestitaliens.

Es handelte sich größtenteils um Menschen, die aus „politischen“ (d.h. Partisanen, Streikende, einfach unter Verdacht Stehende) und – weniger oft – aus „rassistischen“ Gründen (d.h. Juden und Zigeuner) und als Sippenhäftlinge verhaftet worden waren.

In seiner 10-monatigen Tätigkeit kamen etwa 11.000 Menschen in dieses KZ. Ein Teil davon wurde in die NS-Lager jenseits der Alpen mit 13 Transporten verschleppt: Mauthausen (5 Transporte), Flossenbürg (3), Dachau (2), Ravensbrück (2), Auschwitz (1).

Die im KZ verbliebenen Deportierten wurden zur Zwangsarbeit innerhalb des Lagers, in den davon abhängigen Lagern in der Provinz und auch in der Stadt gezwungen: viele arbeiteten für die unter dem Virgl-Tunnel untergebrachte Firma IMI (Kriegsproduktion), andere wurden bei der Minenräumung von zerbombten Gebieten im Stadtzentrum eingesetzt. Das KZ wurde am 3.5.1945 aufgelassen.

Der Zusammenhang: die Operationszone Alpenvorland

Gleich nach dem Waffenstillstand vom 8.9.1943 zwischen Italien und den Anglo-Amerikanern, mit Erlass vom 11.9.1943 gab Hitler den Befehl, dass die Provinzen Bozen, Trient und Belluno nunmehr eine einheitliche und ihm untergeordnete Operationszone bilden sollten: die Operationszone Alpenvorland (OZAV). Als Gauleiter ernannte Hitler den Gauleiter von Tirol, Franz Hofer. Hauptstadt der OZAV war Bozen, das mit vielen deutschen Militärgarnisonen belegt war. Außerdem wurden dort das Sondergericht und eines der vier im heutigen Staat Italien bestehenden NS-Lager eingerichtet. Die weiteren befanden sich in Borgo San Dalmazzo (Cuneo), Fossoli di Carpi (Modena) und Triest, das auch für die Vernichtung ausgerüstet war. Triest war Hauptstadt der Operationszone Adriatisches Küstenland.

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