Beim Treffen am 20. Januar werden wir gemeinsam den Roman Le quattro ragazze Wieselberger von Fausta Cialente (La tartaruga, 2018) kommentieren.
In einem bezaubernden Triest des späten 19. Jahrhunderts, belebt von der mitteleuropäischen Luft und der Bora des Irredentismus, bewegen sich die vier Wieselberger-Schwestern, anmutig und als wären sie sich ihres tragischen Schicksals bewusst. Sie gehören zu einer Familie der guten Gesellschaft: die Mutter ist eine ruhige Dame, die ihre Zeit zwischen dem Stadthaus und dem großen Landhaus aufteilt; der Vater ist ein geschätzter Musiker, der sowohl die Familie als auch das Orchester der "philharmonischen Amateure" mit liebevoller Autorität leitet.
Fausta Cialente (Cagliari, 1898 - Pangbourne, 1994) war eine italienische Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin, die als eine der Hauptfiguren des modernen Feminismus in Italien gilt. 1940 zog sie nach Kairo, wo sie als Radiomoderatorin und Journalistin im Widerstand gegen das faschistische Regime arbeitete. Im Jahr 1947 kehrte sie nach Italien zurück. Mit Le quattro ragazze Wieselberger gewann sie 1976 den Strega-Preis. In Cialentes Werken vereint sich die aufmerksame Beobachtung "aktueller" Situationen mit der beschwörenden Erinnerung an "verlorene Zeit".
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